Trenne Entscheidung von Ergebnis…

… ist kein Spruch von Mr. Miyagi, Joda oder der weisen Schildkröte aus “Kung Fu Panda”, sondern ein Zitat von Gerrit.

Beim Pokern geht es nicht darum ob das Ergebnis stimmt. Primär geht es darum ob man die richtigen Entscheidungen trifft. Trifft man mehr gute als schlechte Entscheidungen stimmt das Ergebnis von alleine. Jedenfalls wenn man es auf den Longrun bezieht.

Nimmt man jedoch nur das Ergebnis, weiß man nie ob man gut gespielt hat oder einfach nur Glück gehabt hat. Auf lange Sicht wird wohl das Ergebnis dann auch nicht mehr stimmen weil man sich nicht mit seinem Spiel befasst und nur noch auf das Ergebnis achtet.

Obwohl, oder wahrscheinlich gerade weil ich nun schon ne Weile pokere und auch fast ausschließlich immer nur Texas Hold’em bin ich von der ersten Denkweise so langsam in die 2. abgerutscht. Am Anfang wollte ich viel lernen und verstehen um besser zu werden als alle anderen. Irgendwann kam ein Limit mit dem man sich zufrieden gegeben hat und man hat auch nichtmehr soviel / garnichts dafür getan um besser zu werden. Irgendwann interessierte mich nur noch das Ergebnis einer Session. Hauptsache Gewinn machen. Wie ist doch egal. Das wird wohl auch der Hauptgrund dafür gewesen sein, warum ich es nie über ein gewisses Limit hinaus geschafft habe.

Meine PLO “Karriere” begann auch so. Ich hatte ständig aufs Ergebnis, nicht auf die Entscheidungen die ich traf. Ich wusste ich machte Fehler aber ich dachte mir das klappt schon irgendwie. Hier und da mal ein Video gucken und dann wirds schon …

Jetzt habe ich begriffen, dass ich mehr dafür tun muss um die richtigen Entscheidungen zu treffen und dass der Profit / Verlust erst einmal im Hintergrund steht. Meine Roll ist mehr als groß genug für PLO25 und verkraftet den ein oder anderen Downswing. Also erst einmal lernen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Man darf ruhig auch mal Fehler machen, solange die Fehler aber 1. im Rahmen bleiben 2. Nicht so groß sind, dass man dafür 5 richtige Entscheidungen braucht um es wieder gut zu machen.

Heute habe ich dann gleich mal versucht das umzusetzen was ich hier gerade erklärt habe. Ich habe viel konzentrierter gespielt, mehr auf meine Gegner geachtet und versucht die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich habe zwar nur 1 Stunde gespielt, knappe 150 Hände aber es hat geklappt. Ich habe mehr überlegt ob ich eine Hand spiele und wenn ja wie. Evtl. 2-3 mal zu passiv gespielt aber es ging um kleine Pötte zwischen 5-10 BB und da folde ich lieber einmal mehr als einmal zu wenig.

Mein größter Laydown war mit T8Ax im Button auf einem Ts8×8s board gegen 2 Spieler. Ein Smallstack ging nach meinem 1$ bet mit 2$ all in. Reraise ging nicht, da sein reraise zu klein war und somit ging nur call. Ich + 2. Gegner callen. Turn ist die Qs. Flush möglich + besseres FH mit QQxx und Q8xx. Mein Plan war es eh auf einer höheren Turn / Rivercard als T, ausgenommen dem A, zu folden falls der Gegner groß bettet. Mein Gegner bettete nun aber instant Potsize. Mit QQxx bettet man keine Potsize auf so nem Board HU wenn man weiß, dass ich auf dem Flop Potsize angespielt habe. Q8xx könnte sein, aber warum PSB und nicht leicht anspielen oder c/r. Ich war mir nicht sicher ob er hier den Flush getroffen hatte oder ein höheres Fullhouse. Da ein Call für mich nicht in Frage kam, sondern nur Raise or fold hatte ich kurz überlegt. Mein Gegner saß aber mit 200BB+ am Table und ich hätte also alles riskieren müssen. Ich folde also, mache aber ein Open Fold (nette Funktion von Everest). Die Hand meines Gegners bekomme ich ja sowieso zu sehen, da Spieler 3 all in ist. Meine Entscheidung war gut. Spieler 2 hatte einen Straight Flush und gewinnt den Pot.

Ganz zu Beginn der Session habe ich mit AKAx ds vs KKQJs mit Nutflush vs 2. Nutflush 1 Stack geholt, so dass ich overall +20$ in dieser Session gemacht habe.

Ich werde versuchen weiterhin das Ziel im Kopf zu haben mit dem Gedanken “Trenne Entscheidung vom Ergebnis” und werde auch theoretisch weiter daran arbeiten, damit ich nicht irgendwann auf PLO50 hängen bleibe und nicht vorwärts komme.

so long … santa

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